Mit Rikke Lund Jensen, Thyholm

Über ein stilles Leben auf Thyholm

Kannst du es hören?

Das dumpfe Geräusch von Pferdehufen auf weichem Waldboden.

Wann immer Rikke Jensen die Gelegenheit dazu hat, sattelt sie eines ihrer Islandpferde und reitet eine Runde auf den knapp sechs Hektar Land auf Thyholm, die sie gemeinsam mit ihrem Mann Martin besitzt. Eine Dreiviertelstunde lang kann Rikke reiten, ohne auf eine richtige Straße zu geraten. Ihre ältesten Söhne sind bereits ausgezogen, aber oft hat sie den Nachzügler, die kleine Søs, dabei. Rikke selbst reitet schon ihr ganzes Leben lang, daher ist es völlig selbstverständlich, dass die Dreijährige natürlich ihr eigenes Pferd hat.

Manchmal kommen die Rehe bis an die Fenster und fressen aus dem Blumenbeet. Das dürfen sie auch, denn wenn der Rehbestand zu groß wird, gehen Rikke und Martin im Gegenzug auf Regulationsjagd. Ein Geben und Nehmen.

Am Ende des Hintergartens liegt der Limfjord, und das Licht, der Wind und die Strömung sorgen dafür, dass die Aussicht niemals dieselbe ist. Rikke sagt von sich selbst, dass sie natursüchtig ist. Im Alltag hat sie einen anspruchsvollen und verantwortungsvollen Job, aber das stille Leben nah an der Natur und dem Wechsel der Jahreszeiten schenkt ihr genau die Ruhe, die sie braucht, um ihre Batterien wieder aufzuladen. Für Rikke ist Thyholm ein Zufluchtsort, an dem der Fjord, der Wald und die Tiere dem Leben einen Sinn geben.