Daniela Bretes Maciel Elneff, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Sounddesignerin bei SoKu – dem nationalen Wissenszentrum für sonisches Kulturerbe.

Wie wir unsere Beziehung zu anderen Lebewesen spürbar machen

Kannst du es hören?

Dieses Knistern, Knacken und Vibrieren auf dem Waldboden? Es ist das Geräusch von Ameisen und Mistkäfern, die über vertrocknete Blätter krabbeln, und von Bäumen, die durch ein Klicken ihrer Wurzeln miteinander kommunizieren. Es passiert so viel, das wir bei einem Waldspaziergang gar nicht wahrnehmen – Daniela Bretes Maciel Elneff hingegen schon, wenn sie ihre speziell angefertigten Kontaktmikrofone an dem anbringt, was da draußen wächst. Durch den Klang können wir unsere Beziehung zu all den Lebewesen, die um uns herum existieren, sinnlich erfahrbar machen, glaubt sie.

Daniela zog vor drei Jahren nach Struer, um mit Klang zu arbeiten. Das tut sie nun als Sounddesignerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Struer Museum - SOKU. Hier trägt sie dazu bei, durch Klang eine Verbindung zu unserer Geschichte herzustellen. „Sonisches Kulturerbe“, nennt sie das. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn wir heute fast genau denselben Klang der Glocke der Gimsing-Kirche hören wie unsere Vorfahren im Mittelalter. Wir spüren dieselben Vibrationen wie sie.

Wenn wir die visuellen Grenzen verwischen, kann Klang uns Tiefe und Perspektive schenken. Wir verpassen so viel, wenn wir vergessen zuzuhören.